Stellungnahmen - Design u. Einrichtung
Intro
An dieser und an andere Stelle werden wir Ihnen zukünftig Stellungnahmen von Planern, Designern und Ausführenden entsprechend dem jeweiligen Schwerpunkt-Themas präsentieren. In nächster Zeit werden wir Sie auch vorab über die nächsten Schwerpunkte informieren und vorab um Stellungnahmen bitten, um Ihnen so ein möglichst breites Spektrum an Gedanken, Ideen und Meinungen anbieten zu können.
Den Anfang machen wir mit drei Stellungnahmen zum Thema Design und Einrichtung.
Horst Fischer - Materialität in der Architektur.
Es gibt Architektur, die man spüren und fühlen kann. Es sind meist die Schlichtheit
der Form, hohe Qualität und Ursprünglichkeit der Materialien, die mystische Räume ausmachen.
Der Mensch empfindet Kälte und Wärme im Raum auf unterschiedliche Weise.
Wir suchen immer mehr nach pflegeleichten Oberflächen die sich wenig abnutzen, haben Probleme mit der Natürlichkeit des Materials und empfinden Patina nur auf unseren Reisen als schön.
Wir sollten in der Modernität nie die Ursprünglichkeit und Reduziertheit der einfachen ländlichen Architektur vergessen und auf diesen Strukturen aufbauen.
Ich glaube in unserem mit Informationen überladenen, oft komplizierten Alltag, werden das Verlangen nach Ruhe, Einfachheit, Sinnlichkeit, das Fühlen von Raum und Oberfläche immer wichtiger, Design und Architektur müssen der Denat+urierung des Menschen entgegenwirken, unsere Räume sollen wieder greifbarer und weniger fremd werden.
Thomas Brunauer - oft erlebtes bei der Planung eines Einfamilienhauses.
Es beginnt mit der Architektur, von außen repräsentativ, teils aus dem
Katalog oder zum Glück auch manchmal vom Architekten.
Der Raum innen wird recht und schlecht in Zimmer unterteilt und anschließend wird
einmal gebaut! Die Fragen der Einrichtung, des Lichtes, etc. werden dann
gelöst, wenn es so weit ist, das für den Baufortschritt eine Entscheidung
unbedingt nötig ist.
Dies ist der Zeitpunkt, wo meiner Meinung nach der architektonische und
einrichtungsmäßige Pfusch entsteht.
Parallel zur Planung der Architektur würde es Sinn ergeben, die geschaffenen Lebensräume gemeinsam mit Architekt, Inneneinrichter u. Lichtplaner nach den persönlichen Bedürfnissen des Bauherrn oder der Familie gemeinsam zu entwickeln. Lichtstimmungen, Akustik und Beschallung, Materialien und Oberflächen, baubiologische Entscheidungen, Abläufe für Küche, Bad, Ankleide, Staurraum, ... Diese Entscheidungen und viele mehr sind Grundlage zur Schaffung eines individuellen Lebensraumes. Zugleich hilft nur diese rechtzeitige und perfekte Planung bei der anschließenden Bauphase Kosten zu sparen. Alleine aus diesem Grund ist mir der Verzicht auf professionelle Bauleiter, Planer und Architekten unverständlich.
Zielführender wäre, bei der wohl größten privaten Investition, einmal zu entscheiden, mit wem plane ich, und wie lebe ich? Hierfür gibt es in den verschiedenen Bundesländer Architektenkammern, Initiativen,....
Im übrigen bin ich persönlich kein Architekt oder Bauleiter, doch ist mir ein Anliegen dieses Problem zu thematisieren, da ich seit Jahren den Unterschied zwischen dem Ergebnis eines professionellen Planungsteam und selbst konzipierten Häusern und Wohnungen sehe.
Martin Mühlböck´s Zugang zum Entwerfen
Entwurf, Kreativität hat wenig mit Verrücktheit zu tun, aber viel mit Verstehen. Beginnend beim Motiv, der technischen Umsetzbarkeit bis hin zum Charakter jedes Elements ist schon beim Beginn des Entwerfens darauf zu achten, eine gewisse Ehrlichkeit, Sinnhaftigkeit und Wertbeständigkeit des Produktes zu erlangen.
Entwerfen setzt im Kopf eine spezielle Fähigkeit voraus, Analogien, Zusammenhänge und Bezugsfelder zu sehen und zu fixieren.
Nicht die Module im Einzelnen (wie z.B. Küche) sind zu definieren, sie stehen im Zusammenhang mit ihrer Umgebung aber auch umgekehrt. So ist Entwerfen ein Ordnen, Klären von Zusammenhängen, Definieren von Abhängigkeiten und das Schaffen von Gewichten.