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Scheibenwelten

arcipark präsentiert eine faszinierende Licht-Installation von Aqua Creations in Felix Candela´s letztem Bau.

Als mehr als geglücktes Kind vieler Väter und Mütter stellt sich die Lichtinstallation im Zentralgebäude des neuen Ozeanographischen Parks von Valencia dar.

Entworfen von einem Altmeister feinster Betonschalen Felix Candela schwebt das Gebäude inmitten des über die Maßen ambitionierten Parks der Künste und Wissenschaften von Generalplaner Santiago Calatrava.


Das Innere beherbergt auf zwei Geschossen einerseits eine lichtdurchflutete Cafeteria, deren Klimatisierung - inmitten einer 15.000m2 großen Wasserfläche - im sonnigen Valencia, die Ingenieure einigermaßen gefordert haben dürfte...


...und andererseits im Tiefgeschoß ein luxuriöses Restaurant, mit verglasten Wänden, inmitten eines riesigen Aquariums. Optisch verbunden sind diese beiden Geschosse durch einen zentralen, kreisrunden Deckendurchbruch mit mehr als 16m Durchmesser.

Der Innenarchitekt Francisco Vasquez stand nun vor der Aufgabenstellung, am Tage das Untergeschoß etwas abzudunkeln, um der naturgemäß geringeren Beleuchtungsstärke des Aquariums zu entsprechen und in der Dämmerung, der Mächtigkeit des umgebenden blauen Wassers, eine warme wenn nicht feurige Entsprechung gegenüberzustellen. Auch das Bedürfnis, die Stille der Wasserwelt zur Geltung kommen zu lassen und somit eine Art akkustische Sperre zwischen den beiden kontroversiellen Geschoßebenen zu schaffen, führte zu einer außerordentlich komplexen Aufgabenstellung.
Mit diesen Rahmenbedingungen wurde die israelische Licht-Designerin Ayala Serfati von Aqua Creations Tel Aviv konfrontiert. Die Namensgebung Aqua Creations entspringt allerdings nicht einem bis dato aquarianisch orientierten Arbeitsfeld, sondern findet vielmehr in der Formensprache Sarfati´s und ihren fließenden Textilkreationen ihren Ursprung. Die ursprüngliche Idee der Designerin den Hohlraum mit einem Fischschwarm oder textilen Medusen zu füllen, führte schlußendlich zu von innen heraus leuchtenden Scheiben in warmen Honigtönen.


Durch die dreidimensionale Verschachtelung der insgesamt 49 Lichtkörper mit jeweils einem Durchmesser von 1,6 Metern entstand ein semitransparenter Körper, der in seiner übergeordneten Form wiederum den Grundkörper aufnimmt. Durch die Ausführung der Leuchtkörper in gerafftem Textil entstanden sehr fein gezeichnete Lichtkörper, die als Nebeneffekt die akkustischen Ansprüche befriedigten.


Das Problem war nur, daß die Betonschale Candela´s zwar selbsttragend war, aber keinerlei zusätzliche Belastung durch eine zentrale Deckenbefestigung des Scheibenkörpers erlaubte. Diese sowohl formale wie auch konstruktive Herausforderung wurde durch einen weiteren genialen Partner ingenieurtechnisch gelöst. Das britische Büro Dewhurst McFarlane Partners, berühmt für ihre Stahl-Glas-Konstruktionen, entwickelte einen mit Chromblech ummantelten Kern in Form einer futuristischen Zigarre, welcher mithilfe peitschenförmiger Ausleger die einzelnen Lichtscheiben trägt.


Eine technische Meisterleistung bestand allerdings darin dieses zentrale Tragelement in den Deckendurchbruch einzuspannen und somit wahrlich schwebend zu halten. Dies gelang durch in der Betonzwischendecke verankerte Stahltrossen.

Handwerklich umgesetzt wurde die gewagte Konstruktion in Zusammenarbeit mit dem objekterfahrene Unternehmen Marzorati Ronchetti aus Cantù (Como/it).

Einmal mehr zeugt dieses Ergebnis vom Potential, das in der schöpferischen Zusammenarbeit zwischen Architekten, Designern, Technikern und ausführenden Unternehmen steckt.

Eine weitere Facette, die eine Reise nach Valencia ausgesprochen reizvoll erscheinen läßt.

A.B.Z.

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